Hannes Pramstaller

Jahrgang: 1969
Bergführer seit:  2002

Geboren und aufgewachsen bin ich in Bruneck, wo ich auch zur Schule ging. Die Oberschule besuchte ich in Bozen, und nach dieser arbeitete ich einige Jahre in einem Industriebetrieb, bis ich das Studium der Geographie in Innsbruck aufnahm.
Mit den Bergen kam ich schon sehr früh in Kontakt, denn ich hatte das Glück, dass ich mit meinen Eltern an den Wochenenden in die naheliegenden Berge gehen konnte. Aber so richtig los, mit verschärfter Gangart, ging es dann eigentlich als meine Bergpartner und ich mobil waren. Die ersten Kletterschritte machte ich gleich in den Dolomiten an den alpinen Routen, erst etwas später fing ich auch mit dem Sportklettern an, und das ist bis heute so geblieben, dass mein Herz mehr den großen Wänden, Bergen, Natur und Gipfeln gehört, als den künstlichen Überhängen mit vielen bunten Plastikgriffen in der Halle.

Seit 2003 arbeite ich hauptberuflich als Bergführer, konnte schon viele Menschen in die Berge begleiten, und hatte sehr viele schöne Erlebnisse.

Ich finde auf einer Bergtour, und in der Natur kann man so richtig abschalten, man muss sich auf das Wesentliche konzentrieren, alles was uns als Mensch im Tal beschäftigt, oder Sorge bereitet ist weit weg, und nach der Rückkehr vom Berg,  hat man wieder sehr viel mentale Kraft und Energie getankt.

Warum bist du Bergführer geworden?
Ich hatte schon von Kind an die Berge vor der Haustür: im Süden das Felsenmeer der Dolomiten und im Norden den vergletscherten Alpenhauptkamm der Ahrntaler Berge. Nach der Matura arbeitete ich einige Zeit in einen Industriebetrieb, bis ich ein Studium der Geographie aufnahm. Schon früh zog es mich immer wieder zu den schönen Bergen hinaus. Und während ich noch von der letzten Tour träume, freue ich mich schon wieder auf die nächste. Es ist eine der schönsten Aufgaben Menschen in diese Bergwelten begleiten zu können.

Was war für dich ein ganz besonderer Moment am Berg?
Es ist immer wieder schön, eine frische Spur in unberührte winterliche Berghänge zu ziehen, oder den warmen Fels unter den Fingern zu spüren, deshalb gibt es so viele besondere Momente am Berg.Und es ist eine der schönsten Aufgaben Menschen in diese Bergwelten begleiten zu können. Besonders die vielfältigen Betätigungsmöglichkeiten als Bergführer geben mir immer wieder neue Energie.

Was glaubst du, welche besonderen Erfahrungen können Kunden mit einem Bergführer sammeln?
Wie man sich richtig und verantwortungsbewusst am Berg verhält und bewegt, gleichzeitig wunderschöne, spannende Momente auf Tour, und eindrückliche Augenblicke am Gipfel zu erleben wieder viel Energie in den Alltag mitzunehmen.

Was machst du privat, wenn du nicht als Bergführer arbeitest?
Auch privat bin ich viel in den Bergen unterwegs, klettere gerne neue Touren und gehe entspannt mit Freunden oder Familie in die Berge. Mit meiner kleinen Familie bin ich auch viel in den Bergen unterwegs.

Wo hast du schon überall alpine Erfahrungen gesammelt?
Vielfach im gesamten Alpenraum, aber eigentlich auch auf der ganzen Welt. Anden, Patagonien, Afrika, Asien, aber auch in Ländern die kaum von Touristen besucht werden, wie der Iran.

Was sind deine Lieblingsgebiete in den Alpen?
Das Schöne an meinem Beruf als Bergführer sehe ich in den Herausforderungen und Überraschungen, welche jeder neue Tag mit sich bringt. Wenn man mich nach meinem Lieblingsberg oder -Gebiet fragt, dann fällt es mir sehr schwer eine Antwort zu geben, denn die Berge und Länder unserer Erde sind so bunt und vielfältig wie das Leben selbst, und immer wieder ist es schön, neue Gebirge zu erkunden und zu entdecken.