Tadschikistan – wo genau liegt dieses Land und gibt es dort überhaupt Berge? So ähnlich erging es auch mir, als ich das erste Mal von diesem Land hörte. Dass Tadschikistan eines der im Durchschnitt höchstgelegenen Länder der Welt ist, machte mich allerdings nur noch neugieriger.
Ich informierte mich ein wenig und stieß schon bald auf unglaublich schöne Fotos von Bergseen und steilen Fünftausendern im sogenannten Fangebirge. Ich zeigte die Bilder einer Freundin von mir und schnell war klar: Wir würden gemeinsam als kleine Gruppe im Herbst 2026 nach Tadschikistan reisen. Dabei ging es mir auch darum, die lohnendste Reiseroute zusammenzustellen und vor Ort Kontakte zu knüpfen.
Bei unserer Ankunft am Flughafen von Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans, wurden wir bereits von unserem Guide Bobo erwartet. Die fünfstündige Fahrt zu seinem Guesthouse war abenteuerlich – vor allem den sechs Kilometer langen Tunnel werden wir wohl nicht so schnell vergessen.
In Artuch angekommen, waren wir aber sofort begeistert von der Ruhe und Ursprünglichkeit dieses Ortes. Unterwegs auf unserem Trekking wurden wir von Bobos Team unglaublich gut umsorgt und verköstigt. Vor allem mit dem Koch verstanden wir uns auf Anhieb sehr gut – was bei einem Trekking natürlich nicht ganz unwichtig ist. 😉
Am Tag der Überschreitung des Alaudinpasses, immerhin 3.800 Meter hoch, erreichten wir gerade noch unseren Zeltplatz, als der Dauerregen für den Rest des Tages einsetzte. Wir versuchten, uns den Nachmittag mit „Mensch ärgere dich nicht“ zu vertreiben, bis wir irgendwann vor Kälte die Spielfiguren nicht mehr bewegen konnten und uns schließlich ins Zelt zurückzogen.
Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass es über Nacht Neuschnee bis knapp 3.300 Meter gegeben hatte. Also legten wir einen Rasttag ein – nicht zuletzt, um unsere Kleidung und unser Gepäck wieder trocken zu bekommen.
Dafür hieß es am nächsten Tag umso früher aufzustehen: Abmarsch um 1:00 Uhr! Wir wollten zumindest versuchen, den Pik Energia (5.118 m) zu besteigen, auch wenn das bedeutete, im Aufstieg mehr als 14 Kilometer und 2.400 Höhenmeter zurückzulegen.
Eigentlich wollten wir vom Mutnoe-See starten. Da der Aufstieg zum See am Tag zuvor jedoch nicht möglich gewesen war, mussten wir nun von ganz unten losgehen. Der Aufstieg zog sich, und bei Sonnenaufgang hatten wir bereits 4.400 Meter erreicht. Ab hier wurde das Gehtempo nochmals langsamer und auch der letzte steile Hang zum Gipfel zog sich ordentlich.
Doch die Aussicht vom Gipfel über das gesamte Fangebirge belohnte uns für alle Mühen. Und auch der lange, aber technisch relativ einfache Abstieg zurück zum Zeltplatz war schließlich schneller Geschichte, als wir gedacht hatten.
Die letzten drei Tage unserer Erkundungsreise waren dann noch einmal voller Erlebnisse: vom Fußballspielen im Dorf mit einheimischen Kindern über die ungemein gute und abwechslungsreiche Küche bis hin zu den Taxifahrten zu fünft in einem viel zu kleinen Auto 😉
Tadschikistan hat auf jeden Fall unglaublich viel zu bieten. Und ich freue mich bereits darauf, im August 2027 mit meiner Gruppe wieder im Fangebirge unterwegs sein zu dürfen!