Die Civetta zählt zu den eindrucksvollsten Bergmassiven der Dolomiten. Ihre gewaltige Nordwestwand prägt die Landschaft weit über das Val di Zoldo hinaus und begleitet uns auf dieser besonderen Wanderreise immer wieder aus neuen Perspektiven.
Unsere Route führt uns in mehreren Etappen von Hütte zu Hütte rund um die Civetta und hinein in ihre deutlich stilleren Nachbargruppen. Nach dem Aufstieg von Pala Favera zur Coldai Hütte folgen wir zunächst einem besonders schönen Abschnitt des Dolomiten-Höhenwegs Nr. 1. Unterhalb der mächtigen Felswände der Civetta wandern wir weiter zur Vazzoler Hütte und schließlich bis zum Passo Duran.
Mit jedem Tag wird die Landschaft ursprünglicher. In der Moiazza und rund um die Tamer-Gruppe treffen wir auf deutlich weniger begangene Wege, schroffe Berglandschaften und eine Ruhe, die man in den Dolomiten nicht überall findet. Eine anspruchsvolle Rundwanderung um die Cima Nord di San Sebastiano führt uns mitten hinein in diese wilde und weitgehend ursprünglich gebliebene Bergwelt.
Für den letzten Teil unserer Reise wechseln wir nach Rocca Pietore und steigen zum kleinen Rifugio Sasso Bianco auf. Hoch über dem Tal liegt die Hütte in einer ruhigen, aussichtsreichen Landschaft – direkt gegenüber der Civetta-Nordwestwand.
Am folgenden Tag besteigen beziehungsweise umrunden wir den Sasso Bianco und kehren über die Forcella S’ciota wieder nach Rocca Pietore zurück. Bereits die englische Reiseschriftstellerin Amelia B. Edwards war vor mehr als 150 Jahren von dieser Gegend begeistert und beschrieb den Sasso Bianco in ihrem bekannten Dolomitenbuch „Untrodden Peaks and Unfrequented Valleys“.