Michi Andres

Jahrgang: 1964
Bergführer seit: 1987

Geboren 1964 im Sternzeichen der Jungfrau in Bruneck, lebe ich seit meiner Kindheit in Bozen. Nach dem Abitur und dem Militärdienst war ich für zehn Jahre freiberuflich als Einkäufer bei der Firma SALEWA tätig. Dort konnte ich mir nicht nur ein sehr nützliches kaufmännisches Wissen aneignen, sondern auch meine Sprachkenntnisse (gut Deutsch und Italienisch, brauchbar Englisch und Spanisch) erweitern. Bereits mit 22 Jahren wurde ich Bergführeranwärter und bald darauf (1991), gründete ich mit Othmar Zingerle und Diego Zanesco die Alpinschule GLOBO ALPIN. 1994 hängte ich meine „zivile“ Arbeit bei SALEWA an den Nagel, um hauptberuflich Bergführer zu werden.

Obwohl ich leidenschaftlich gerne Klettere, liegt das Hauptaugenmerk meiner Arbeit bei geführten Skitourenreisen in aller Welt und damit verbunden glänzt mein Tourenbuch vor allem mit namenlosen Gipfel in unaussprechbaren Gegenden rund um den Globus.

Neben dem Bergführen war meine Zeit die letzten 15 Jahre vor allem der wirtschaftlichen Entwicklung der GLOBO ALPIN und der Gründung des integrierten Reisebüros GLOBO ACTIV gewidmet. Durch das stetige Wachstum der Bürobelegschaft rund um Martin Moser, konnte ich mich inzwischen aus dem Alltagsgeschäft etwas zurückziehen und widme mich wieder vermehrt der Produktentwicklung neuer Destinationen, was immer schon das geheime Steckenpferd meiner Tätigkeit als Bergführer war.

Privat bin ich stolzer Vater zweier Söhne (Florian 1996 und Lorenz 2000) und lebe glücklich mit meiner Frau Christine mitten im Zentrum der Bozner Altstadt. Von 2002 bis 2017 war ich Ausbilder in der Südtiroler Bergführerausbildung mit Schwerpunkt Skitouren. Manchmal liest man mich als Autor bergspezifischer Artikel in der Fachliteratur oder sieht mich im Bayrischen Rundfunk bei der Sendung „Bergauf Bergab“. Dem akuten Zeitmangel, der mich bei diesen verschiedenen Tätigkeiten gerne befällt, begegne ich damit, dass ich trotzdem so oft als möglich mit meiner Familie verreise, Klettern gehe oder auf Skitour unterwegs bin, denn es gibt für mich auch mit über 50 nichts, was mich zufriedener machen kann, als Reisen und Bergsteigen.

Warum bist du Bergführer geworden?
Nach dem Abitur und dem Militärdienst war ich für zehn Jahre freiberuflich als Einkäufer bei der Firma SALEWA tätig. Dort konnte ich mir nicht nur ein sehr nützliches kaufmännisches Wissen aneignen, sondern auch an meinen Sprachkenntnissen feilen und die Welt bereisen. Meine Freizeit verbrachte ich mit Bergsteigen und so entstand bald der Traum die Bergführerausbildung zu besuchen. Bereits mit 22 Jahren wurde ich Bergführeranwärter.

Was war für dich ein ganz besonderer Moment am Berg?
Davon gibt es unzählige und immer wieder neue, denn darin liegt für mich die Faszination des Bergsteigens. Allerdings ein wirklich herausragender Moment am Berg war, als ich nach einer nächtlichen Alleinbesteigung des Alpamayos um 6:00 Uhr morgens mit den allerersten Sonnenstrahlen am Gipfel stand. Damals schrieb ich, der ich mich zwar gläubig, aber gewiss nicht religiös bezeichnen möchte, in mein Reisetagebuch:“ das sind Momente, bei denen aus NATÜRLICH ein GÖTTLICH wird.“

Was glaubst du, welche besonderen Erfahrungen können Kunden mit einem Bergführer sammeln?
Ich sehe mich als Begleiter, der dafür sorgt, dass die Bergtour sicher verläuft. Den Hauptteil der „Arbeit“ macht der Berg. Meine Aufgabe ist es, die Menschen sicher dorthin zu begleiten, wo NATUR spürbar ist. Alles andere ergibt sich von alleine und jeder findet selbst etwas für sich: der eine viel, der andere wenig.

Was machst du privat, wenn du nicht als Bergführer arbeitest?
Seit 2002 bin ich neben der Bergführertätigkeit in der GLOBO ALPIN auch als Ausbilder in der Südtiroler Bergführerausbildung tätig und dem akuten Zeitmangel der mich bei diesen verschiedenen Aufgaben manchmal befällt, komme ich damit bei, dass ich trotzdem so oft als möglich für mich klettern, auf Skitour oder einfach in die Berge gehe. Denn dies ist immer noch die Tätigkeit, welche mich am meisten begeistert und mir am sichersten mein inneres Gleichgewicht zurückgibt.
Abgesehen davon ist mein chronisches Fernweh seit der Geburt meiner beiden Söhne Florian und Lorenz, nicht mehr so ausgeprägt und ich verbringe möglichst viele freie Tage mit meiner Frau Christine und den zwei Jungs.

Wo hast du schon überall alpine Erfahrungen gesammelt?
Auf Skitourenwochen habe ich unzählige Gebiete in vierzehn verschiedenen Ländern bereist und obwohl ich mit ebensolcher Leidenschaft klettere, liegt mein Hauptaugenmerk als Bergführer doch vor allem bei den Skitouren, während ich den Großteil der Kletterreisen quer über die Weltkugel privat unternehme.

Was sind deine Lieblingsgebiete in den Alpen?
Die Dolomiten sind für mich das schönste Gebirge der Welt und die heimischen Berge im Winter sind mein Leben.