Eingebettet in die beeindruckende Bergwelt der Hohen Tauern liegt das Defereggental – ein Tal, in dem Berge und Alltag noch eng miteinander verbunden sind. Abseits großer Touristenströme haben sich hier eine besondere Ruhe, nahezu unberührte Landschaften und viele alpine Traditionen erhalten.
Die Deferegger Gipfelgeschichten führen mitten hinein in diese Bergwelt. Von unserem festen Standort in St. Jakob in Defereggen geht es jeden Tag auf eine neue ausgedehnte Entdeckungstour: zu aussichtsreichen Gipfeln, versteckten Bergseen, traditionellen Almen und über Wege, die seit Generationen durch die Berge führen.
Dabei wurde die Auswahl der Touren bewusst persönlich zusammengestellt. Neben bekannten Höhepunkten stehen auch weniger begangene Wege und Gipfel auf dem Programm – Plätze, an denen die Landschaft besonders ursprünglich wirkt und das Defereggental seine ganz eigene Seite zeigt. Begleitet wird die Woche von Janina, die selbst im Tal lebt und als Bergwanderführerin in dieser Bergwelt unterwegs ist. So geht es darum die Besonderheiten der Region kennenzulernen.
Unterwegs erzählen alte Almen, Bergmähder, historische Grenzwege und abgelegene Bergpfade ihre eigenen Geschichten. Warum wurden diese Wege angelegt? Wie wurde früher in den hochgelegenen Almen gearbeitet? Und welche Bedeutung hatten die Berge für die Menschen im Tal? Die Landschaft wird so selbst zum Teil der Wanderung.
Sportlich wird es allemal: Die Touren richten sich an erfahrene und konditionsstarke Bergwanderer und umfassen in der Regel 800–1.300 Höhenmeter sowie mindestens sechs - sieben Stunden reine Gehzeit pro Tag. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Freude an langen Bergtagen werden vorausgesetzt. Belohnt wird die Anstrengung mit großen Panoramen – vom Großglockner und Großvenediger über die Lasörling- und Rieserfernergruppe bis zu den Dolomiten.
Als Standort dient St. Jakob. Das bedeutet: kein tägliches Kofferpacken, keine wechselnden Unterkünfte, sondern ein fester Platz im Tal und jeden Tag ein neues Bergabenteuer. Nach der Tour bleibt Zeit für eine gemütliche Einkehr, regionale Küche und den Austausch über die Erlebnisse des Tages.
Die Deferegger Gipfelgeschichten verbinden anspruchsvolles Wandern mit dem, was das Defereggental besonders macht: weite Berglandschaften, gelebte Tradition, stille Wege und die Geschichten eines Tales, das sich seinen ursprünglichen Charakter bewahrt hat.
Eine Woche für alle, die nicht nur Gipfel sammeln, sondern ein Tal wirklich kennenlernen möchten – Schritt für Schritt und Berg für Berg.
Programm:
SO: Ankommen im Defereggental
Individuelle Anreise ins Defereggen. Beim gemeinsamen Abendessen lernt ihr eure Bergwanderführerin kennen und erhaltet einen Überblick über die bevorstehende Wanderwoche. Dabei besprechen wir das Programm und stimmen die einzelnen Touren auf Wetter, Bedingungen und die Gruppe ab.
MO: Bergseegenuss - Zwischen Almwiesen, Bergpanorama und kristallklarem Bergwasser
↑ ca. 910 Hm | Strecke 10,5 km | Gehzeit: ca. 5 Std.
Zum Auftakt der Wanderwoche geht es direkt hinein in die Bergwelt des Panargenkamms. Durch weitläufige Almwiesen führt der Weg hinauf in eine Landschaft, in der die Almwirtschaft noch heute gelebt wird. Milch wird irekt auf der Alm verarbeitet und die jahrhundertealte Verbindung zwischen Mensch, Tier und Berg ist bis heute spürbar. Weiter geht es hinauf zum Oberseitsee auf 2.576 m. Tiefblau liegt der Bergsee zwischen den schroffen Gipfeln und bildet einen eindrucksvollen Kontrast zur grünen Almlandschaft der unteren Höhenlagen. Nach einer ausgiebigen Pause führt der Weg durch die hochalpine Landschaft weiter zu einer gemütlichen Einkehr mit regionalen Spezialitäten. So lassen wir den ersten Bergtag in besonderer Bergkulisse ausklingen, bevor es zurück ins Tal geht.
Eine abwechslungsreiche Bergwanderung zwischen gelebter Almtradition, kristallklarem Bergsee und beeindruckender hochalpiner Landschaft.
DI: Alpiner Weitblick: Panorama-Wanderung von den Gritzer Seen zum Speikboden
↑ ca. 1.050 Hm | Strecke 14 km | Gehzeit: ca. 6,5 Std.
Bei dieser Wanderung geht es in die abgeschiedene Bergwelt der Lasörlinggruppe. Zwischen weiten Almwiesen und hohen Gipfeln liegen die Gritzer Seen, die sich eindrucksvoll in die ursprüngliche Landschaft einfügen. Auch eine traditionsreiche Schutzhütte liegt in dieser einsamen Gebirgsregion und bietet die Möglichkeit, bei einer gemütlichen Einkehr die besondere Atmosphäre der Berge zu genießen. Ein weiterer Höhepunkt der Wanderung ist der Speikboden, dessen Name auf den Echten Speik zurückgeht – eine intensiv duftende Pflanze, die hier in den alpinen Regionen wächst und früher gesammelt und sogar über die Alpen hinaus gehandelt wurde. Immer wieder eröffnen sich während der Wanderung weite Blicke über das Defereggental und auf die umliegenden Dreitausender, wie Großglockner und Großvenediger.
Ein eindrucksvoller Bergtag, der stille Berglandschaften, alpine Geschichte und große Panoramen miteinander verbindet.
MI: Almgenuss: Osttiroler Bergidylle mit gemütlicher Einkehr auf der Brugger Alm
↑ ca. 1.300 Hm | Strecke 12,5 km | Gehzeit: ca. 7 Std.
Direkt in St. Jakob beginnt der stetige Aufstieg durch Bergwald und Almwiesen. Ein Wetterkreuz entlang des Pfads erinnert dabei an die enge Verbindung zwischen den Menschen im Tal und den Bergen. Hier wurde früher um Schutz vor Unwettern und eine gute Ernte gebetet – eine Tradition, die viel über das Leben in den Bergen erzählt. Weiter oben warten weitläufige Aussichten und mit der Langschneid auf 2.688 m ein Gipfel, dessen Ruhe man genießen kann. Von hier reicht der Blick weit über das Defereggental und die umliegenden Bergketten bis hin zum Großglockner und den Dolomiten. Auch die traditionelle Almwirtschaft ist auf dieser Wanderung immer wieder präsent. Seit Jahrhunderten verbringen Bauernfamilien hier den Sommer mit ihrem Vieh und stellen aus der frischen Almmilch regionale Spezialitäten her. Bei einer gemütlichen Einkehr genießen wir hausgemachte Osttiroler Schmankerl und lassen die Gipfelrunde entspannt ausklingen.
Eine abwechslungsreiche Bergwanderung mit Gipfelpanorama, gelebter Almtradition und kleinen Einblicken in die Geschichte des Defereggentals.
DO: Bergtour: Auf den Spuren der Einheimischen
↑ ca. 1.250 Hm | Strecke 12,5 km | Gehzeit: ca. 6,5 Std.
Diese Rundwanderung ist ein echter Geheimtipp. Auf teilweise wenig begangenen Wegen geht es durch eine Berglandschaft, in der die Pfade nicht immer eindeutig erkennbar sind und man seinen Weg stellenweise noch richtig entdecken muss. Über weitläufige Wiesen und zunehmend hochalpines Gelände steigt die Tour weiter an, bis sich der Blick immer weiter öffnet. Der anspruchsvolle Gipfelanstieg verlangt Kondition und Trittsicherheit – doch oben angekommen, wird die Mühe mehr als belohnt. Am Gipfel wartet ein Panorama vom Feinsten: Der Blick reicht über die beeindruckenden Gipfel der Hohen Tauern mit Großglockner und Hochgall bis weit hinein in die umliegende Bergwelt. Bei klarer Sicht zeichnen sich sogar die Dolomiten am Horizont ab. Der Abstieg bietet die Möglichkeit zu einer gemütlichen Einkehr mit regionalen Spezialitäten. Ein Wasserfall sorgt am Ende der Wanderung noch einmal für einen schönen Kontrast zur hochalpinen Landschaft des Gipfels.
Eine besondere Bergwanderung für alle, die Osttirol abseits der bekannten Wege erleben und sich ihren Gipfelblick gerne erarbeiten möchten.
FR: Grenzblick : Zwischen Osttirol & Südtirol
↑ ca. 980 Hm (Abstieg: 1.120 hm)| Strecke 14,5 km | Gehzeit: ca. 6,5 Std.
Heute geht es auf eine Wanderung, deren Geschichte eng mit der Grenze zwischen Österreich und Italien verbunden ist. Alte Übergänge führen durch eine Landschaft, die heute vor allem wegen ihrer Weite und ihrer beeindruckenden Bergpanoramen geschätzt wird. Ein besonderer Höhepunkt ist das Gsieser Törl, ein historischer Übergang zwischen dem Defereggental und dem Südtiroler Gsiesertal. Über Jahrhunderte war diese Gegend eine abgelegene Grenzregion. In den schwierigen Jahren nach den Weltkriegen wurden die Bergwege auch von Schmugglern genutzt, die Lebensmittel, Tabak und andere Waren über die Berge brachten. Noch heute erzählen die alten Wege und Übergänge von dieser bewegten Vergangenheit. Dazu kommen weite Ausblicke auf die umliegende Bergwelt und eine abwechslungsreiche alpine Landschaft.
Eine Wanderung bei der Natur, Geschichte und das besondere Gefühl einer alten Grenzregion zusammenkommen.
SA: Servus und bis zum nächsten Bergsommer!
Nach dem Frühstück individuelle Abreise aus dem Defereggental – mit neuen Gipfelerlebnissen, Geschichten aus den
Bergen und hoffentlich dem Wunsch, wiederzukommen.